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Spanien streicht die Mehrwertsteuer auf Olivenöl, um den inländischen Olivenölkonsum zu stabilisieren. Eine kurzfristige Massnahme in einer langfristigen Strategie zur Sicherung des Olivenölsektors.



Mehrwertsteuer-Abschaffung und die wahren Gründe für steigende Olivenölpreise: Ein politisches Manöver und seine langfristigen Auswirkungen


Die jüngsten Preiserhöhungen bei spanischem Olivenöl haben viele überrascht und verunsichert. Während der Klimawandel oft als Hauptschuldiger genannt wird, ist darauf hinzuweisen, dass politische Manöver die eigentlichen Treiber sind. Eine Beleuchtung der Hintergründe der Preiserhöhungen, der aktuellen Massnahmen der spanischen Regierung und der langfristigen Strategien, die dahinterstecken.

Klimawandel als unzureichende Erklärung

Es ist infrage zu stellen, ob "der Klimawandel" (derjenige, der von den Menschen gemacht ist, da sie Verbrenner-Autos fahren und schwere Baumaschinen bedienen, um unter anderem Erde abzutragen, damit seltene Bodenschätze für die Produktion von klimafreundlichen Elektroautos gewonnen werden können) wirklich die Hauptursache für die steigenden Olivenölpreise ist. Es ist darauf hinzuweisen, dass es in den letzten zwölf Jahren fünf (!!!) Ernteperioden mit niedrigen Erträgen gab, ohne dass die Preise bei den ersten vier mageren Kampagnen derart stark angestiegen sind wie in den letzten anderthalb Jahren. Ein Blick auf die Olivenölendbestände, die jeweils Ende September zum Kampagnenende ermittelt werden, zeigt, dass diese in der Vergangenheit auch schon deutlich niedriger waren, ohne dass die Preise so drastisch gestiegen sind wie jetzt.


Zum Beispiel lagen die Endbestände an Olivenöl in der EU im Jahr 2013 bei 198'000 Tonnen, 2015 bei 211'000 Tonnen und 2017 bei 323'000 Tonnen. Zum Vergleich: Am 30. September 2023 betrugen die Endbestände 406'000 Tonnen! Trotz dieser relativ hohen Bestände sind die Preise für Olivenöl, insbesondere in Spanien, in den letzten anderthalb Jahren sehr stark gestiegen. Diese Entwicklung legt nahe, dass andere Faktoren im Spiel sind, die die Preise in die Höhe treiben. Es ist nicht "der Klimawandel".


Politische Massnahmen: Spanische Mehrwertsteuer-Abschaffung auf Olivenöl und ihre Ziele

Ein entscheidender Punkt, der unsere These stützt, ist der dramatische Rückgang des Olivenölkonsums in spanischen Haushalten und die Reaktion der Regierung darauf. Laut einem Bericht von Mercacei ist der Verbrauch von Olivenöl extra vergine im Jahr 2023 um 23,8% gesunken. Diese Entwicklung hat die spanische Regierung dazu veranlasst, ab dem 1. Juli 2024 die Mehrwertsteuer auf Olivenöl vollständig abzuschaffen, um den Konsum von Olivenöl zu stabilisieren - denn ein weiterer Rückgang ist bereits unterwegs, was man in der zukünftigen Retrospektive feststellen können wird.




«Trotz der Treue der Verbraucher zu diesem Produkt hat die Kaufkraft ihre Grenzen, und wir möchten unsere Unterstützung für die Bürger durch diese Maßnahme deutlich machen.»

Spaniens Landwirtschaftsminister Luis Planas.




Es scheint offensichtlich, dass Spanien nicht damit gerechnet hat, dass der inländische Konsum mittelfristig derart unter den diktierten Preiserhöhungen leiden würde. Eine entscheidende Fehlkalkulation war, dass die Preise für Samenöle im gleichen Zeitraum deutlich gesunken sind, was dazu führte, dass viele Verbraucher auf günstigere Alternativen umgestiegen sind und das teurere Olivenöl vermehrt mieden. Zudem geht in der Bevölkerung die Angst um, dass das angeblich knappe und so teure Olivenöl (die Medien haben es genug lange propagiert - ähnlich wie mit der Stromknappheit....) mit Pflanzenölen zweifelhafter Herkunft gestreckt worden sein könnte.


Dennoch hält Spanien langfristig an seinem Plan fest, den Preis für spanisches Olivenöl auf ein Niveau zu bringen, das dem italienischen Olivenöl entspricht. Unter uns gesagt, ist es auch nicht logisch, warum italienisches Olivenöl so viel teurer gehandelt werden sollte als das spanische. Besser ist per se keines. Aber Ferraris lassen sich schliesslich auch teurer verkaufen als Seats, obschon man bei Regenwetter selten einen "Cavallino Rampante" auf der Strasse sieht.


Die globale Bedeutung von spanischem Olivenöl

Spanien setzt auf die Tatsache, dass grosse Importnationen wie die USA auf spanisches Olivenöl angewiesen sind. Die USA sind mit bis zu 400'000 Tonnen jährlich, verteilt auf 333 Millionen Einwohner, die zweitgrösste Olivenölkonsum-Nation der Welt nach Italien, das etwa 450'000 Tonnen auf knapp 59 Millionen Einwohner verteilt konsumiert. Und, die Nachfrage in den USA wird weiter steigen, was Spanien in eine starke Position bringt.


Die Strategie der spanischen Regierung zielt darauf ab, das Bewusstsein für die Qualität und den Wert von spanischem Olivenöl zu schärfen und so eine langfristige Preissteigerung zu rechtfertigen. Bisher galt man als Billigproduktionsland für Olivenöl. Dieses Billigöl wurde oft von in Italien ansässigen Abfüllern aufgekauft und relativ teuer exportiert.


Während in Spanien mittelfristig ein Rückgang des inländischen Konsums zu beobachten ist, setzen die politischen und wirtschaftlichen Strippenzieher darauf, dass sich die Verbraucher sowohl im Inland als auch im Ausland an die höheren Preise gewöhnen werden.


Für Spanien ist es von entscheidender Bedeutung, dass der Markt langfristig höhere Preise akzeptiert, um die Rentabilität der Olivenölproduktion zu sichern. Dies wird durch die steigende Nachfrage in grossen Importnationen wie den USA unterstützt, die auf spanisches Olivenöl angewiesen sind und bereit sind, höhere Preise für Qualitätsprodukte zu zahlen.


Fazit: Eine langfristige Strategie zur Marktanpassung

Die Preiserhöhungen für spanisches Olivenöl sind das Ergebnis einer strategischen Marktanpassung und nicht eine Folge "des Klimawandels". Die spanische Regierung nutzt politische Massnahmen wie die Abschaffung der Mehrwertsteuer, um den mittelfristig eingebrochenen inländischen Markt zu stabilisieren. Die Abhängigkeit grosser Importnationen von spanischem Olivenöl bieten Spanien eine solide Grundlage, um diese Strategie umzusetzen.




Quellen

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