Welche Menge an Biophenolen einem Olivenöl zugeschrieben wird, hängt massgeblich von der Analysemethode ab
- vor 3 Tagen
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Die ausgewiesene Menge einer "phenolischen Verbindung" in nativem Olivenöl extra wird massgeblich durch das gewählte Analyseverfahren beeinflusst. So unterscheiden sich die ermittelten Ergebnisse je nach Messmethode oft deutlich.
Wenn für ein Olivenöl ein Wert von 600 mg/kg für Polyphenole angegeben wird, darf man das nicht für sakrosankt halten.
Im vorliegenden Beispiel (siehe Bild) wurde die Verbindung Oleocanthal im Rahmen der chemischen Analyse zweimal ausgewiesen:
einmal als p-HPEA-EDA (37 mg/kg, Teil einer HPLC-Summenlogik )
einmal als Oleocanthal (73 mg/kg, selektiv gemessen, womöglich über HPLC-MS/MS)
Das Resultat:
+97 % Unterschied.
Und das für jenes Monophenol, das wir so gerne mit dem Arznei-Wirkstoff "Ibuprofen" vergleichen.
Natürlich, auf ein Kilogramm Olivenöl ist die Differenz von mutmasslichen 36 Milligramm wahrlich nicht viel.
Und dennoch zeigt es einmal mehr und ganz unmissverständlich:
Was in analytischen Verfahren ermittelt wird, ist nicht identisch mit dem, was tatsächlich im lebendigen Produkt enthalten ist. Und, was gestern ermittelt wurde, gilt heute nicht mehr.
Das macht uns demütig und frei zugleich, weil wir erkennen, dass es uns immer verwehrt bleiben wird, das Geheimnis, aus was sich ein Olivenöl exakt zusammensetzt, vollständig lüften zu können.
