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Olivenöl-Betrug: 18 Tonnen minderwertiges Olivenöl am Hafen von Salerno abgefangen: Deklariert als Extra Vergine

  • vor 2 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Der Käufer möge sich in Acht nehmen! Was grundsätzlich bei jeder Kaufhandlung gilt, hat beim Olivenölkauf umso grössere Bedeutung. Im Vorteil sind dabei ganz klar jene Käufer, die imstande sind, Olivenöle mittels Degustation zweifelsfrei zu klassifizieren.


Dass diese erlernbare Fähigkeit fast schon notwendig ist, um sich vor Betrug zu schützen, zeigen die immer wieder berichteten Fälle zu Fälschungen und Etikettenschwindel im Olivenölsektor.


Im Januar wurde bekannt, dass über Jahre hinweg mit Kupferchlorophyll und Beta-Carotin eingefärbtes minderwertiges Samenöl als Olivenöl Extra Vergine im grossen Stil unter anderem nach Deutschland verkauft wurde. Ermittler sprachen von mindestens 880 Tonnen gefälschtem Olivenöl.


Am 12. Februar 2026 berichtete die italienische Arma dei Carabinieri in einer Medienmitteilung über einen anderen Betrugsfall im Zusammenhang mit Olivenöl. Demnach haben die Arma dei Carabinieri, die Zoll- und Monopolbehörde Kampanien 2 sowie die Guardia di Finanza im Hafen von Salerno, Kampanien, 18.1 Tonnen minderwertiges natives Olivenöl beschlagnahmt, das als natives Olivenöl extra deklariert war und nach Kanada hätte verschifft werden sollen.[1]


Auftraggeber der Fracht soll ein Olivenölunternehmer aus den Abruzzen gewesen sein, einer Region, die nicht wie das kampanische Salerno am Tyrrhenischen Meer, sondern an der Adria liegt.


Die beschlagnahmte Ware soll italienischen Medienberichten zufolge einen Handelswert von rund 80'000 Euro gehabt haben. Das entspricht 4.42 pro Kilogramm Öl. Zum Vergleich: italienisches "Extra Vergine" kostet lose derzeit zwischen 6.50 und 7.40 € pro Kilogramm.


Ausserdem sei das Produkt als EU-Ware deklariert gewesen sein. Analysen hätten aber ergeben, dass es sich um EU- und nicht-EU-Ware handelte.


Der mutmasslich fehlbare Olivenölunternehmer wurde von den Behörden wegen Wirtschaftskriminalität, des Verkaufs von Industrieprodukten mit falschen Kennzeichnungen und ideologischer Urkundenfälschung bei der zuständigen Staatsanwaltschaft verzeigt. Zusätzlich wurde gegen ihn eine Busse von 4'000 Euro erhoben.


Nicht bekannt ist indes, ob es sich um die erste illegale Aktion des Geschäftsmannes aus den Abruzzen handelte.


Glück im Unglück für die kanadischen Konsumenten. Vorerst zumindest. Es ist nicht auszuschliessen, dass sie künftig weit üblere Ware aufgetischt bekommen könnten. Immerhin bedienen Kriminelle stets eine Nachfrage. Wenn sie mich fragen, sind diejenigen, die natives Olivenöl extra zum Spottpreis verlangen – und 4.42 € ist ein Spottpreis – mindestens so kriminell, wie diejenigen, die die Nachfrage bedienen. Mir kämen da viele prominente Käufernamen in den Sinn, die ich nicht näher erwähnen darf, da diese Unternehmen nach wie vor operativ sind und sich mit Händen, Füssen und Anwälten gegen "Gefahr" wehren.


Geben Sie also auf sich Acht.


Ihr,

Silvan Brun


Quellen

[1] Agroalimentare: sequestrate 18 tonnellate di Falso Olio EVO, Arma dei Carabinieri, vom 12.02.2026; zu finden unter: https://www.carabinieri.it/in-vostro-aiuto/informazioni/comunicati-stampa/agroalimentare-sequestrate-18-tonnellate-di-falso-olio-evo

Weitere: Olio contraffatto, imprenditore denunciato, TGR Abruzzo Rai News, vom 12.02.2026; zu finden unter: https://www.rainews.it/tgr/abruzzo/articoli/2026/02/olio-contraffatto-imprenditore-denunciato-fc01bc30-05a0-490b-90ce-d7618b02f67c.html

Abruzzo. Un container con oltre 18mila tonnellate di olio d’oliva è stato sequestrato nel porto di Salerno. Cityrumors Abruzzo, vom 12.02.2026; zu finden unter: https://www.cityrumorsabruzzo.it/abruzzo/sequestrate-oltre-18mila-tonnellate-di-olio-era-un-falso-extravergine.html

Salerno: sequestrate oltre 18 tonnellate di olio etichettato come extravergine, Nova News, Agenzia Nova, vom 12.02.2026; zu finden unter: https://www.agenzianova.com/news/salerno-sequestrate-oltre-18-tonnellate-di-olio-etichettato-come-extravergine/

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